Archiv für Dezember 2009

28
Dez
09

Rezept: Gänsebraten – eine Herausforderung

Warum muss es zu Weihnachten eigentlich immer Gans sein? Und warum werden die Biester oft zäh? Eine wissenschaftliche Annäherung an das Thema.

 Gänsebraten

Ja, ich gebe es zu: Ich war mit meinem diesjährigen Gänsebraten unzufrieden! Der Zubereitungsaufwand war hoch. Gänsebraten mit Füllung aus Äpfeln, Orangen und Zwiebeln, dazu selbstgemachte Thüringer Klöße aus rohen und gekochten Kartoffeln sowie selbstgekochter Rotkohl.

Man findet ja im Internet und in diversen Kochbüchern eine Unmenge von Rezepten dazu. Leider sind die Zubereitungsmethoden oft sehr unterschiedlich und Gans ist nun auch kein Gericht, das man alle paar Wochen macht,  so dass man durch Übung und Probieren eine Routine entwickeln könnte. Googelt man ein bischen zu dem Thema, stellt man schnell fest, dass es ein Hauptproblem damit gibt. Wie kriegt man den Vogel weich, ohne ihn auszutrocknen während gleichzeitig die Kruste braun und knusprig wird und das Fett möglichst rausbrät?

Zunächst habe ich diverse Rezepte verglichen. Mit den meisten Kochbüchern bzw. Internetrezepten habe ich ein Probem. Sie verschweigen oft die praktischen Tricks ohne die komplizerte Gerichte häufig nicht gelingen. Beispiel: “Zum Schuss zerteilen wir den Braten in portionsgerechte Stücke und servieren …”. Toll, schon mal ‘ne Gans zerteilt, 4,6 kg schwer, die nach 3,5 h in einem Stahlbräter voll siedendem Fett aus der Röhre kommt? Ich hab dieses Jahr dabei die Geflügelschere durchgebrochen. Hab versucht, einen der Hauptknochen quer durchzuschneiden. Oder die Tipps aus diversen Kochforen im Internet. “Hallo, meine Weihnachtsgans ist dieses Jahr trotz 3,5h bratens zäh geblieben. Was hab ich falsch gemacht? – aqol” – “Hallo und willkommen in unserem Forum! Bitte zuerst die Suche bemühen. Wurde schon hundert mal gefragt. Danke! – Moderator” – “Hallo auch von mir. Also bei uns gelingt die Gans jedes Jahr. Mein Mann ist immer sehr zufrieden und den Kindern schmeckst auch. – Uschi” – “Äh – ja, danke. – aqol”.

Aber warum nicht mal die Wissenschaft bemühen. Fragen wir doch einfach mal einen Physiker. Zum Beispiel Werner Gruber vom Institut für Experimentalphysik der Universität Wien. Seine Antwort ist einleuchtend: “Voraussetzung für die Berechnung ist die Kenntnis der Masse der Gans (= Gewicht) m und die Backrohrtemperatur TBA. Die Innentemperatur T Zentrum wird mit 75 Grad als fixe Größe angenommen. Eine fixe Größe ist auch Kappa – die [..] in [..] vielen Experimenten als Materialkonstante für die Gans bestimmte Zahl: 0,0008526 . Wobei auf ein zwei Kommastellen durchaus zu verzichten wäre. Das Ergebnis der Rechenoperation liefert die Bratzeit für eine gefüllte Gans in Minuten.” Also:

Ok, mal nachgerechnet. Meine Gans wog 4,6 kg, die Backrohrtemperatur betrug 180 – 220 Grad Celsius – je nach Bratphase. Mit 200 Grad Durchschnittstemperatur gerechnet, komme ich auf glatte 4h Bratzeit. Aha, hat also ‘ne halbe Stunde gefehlt!

roheGans Oder hab ich doch einfach nur eine besonders sportliche Gans erwischt? Denn: “Manche Freilandgänse sind faul, manche sind richtig sportiv. Ein Tier das sich viel bewegt, wird mehr Kollagen bilden. Dieses Kollagen sorgt für die Zähigkeit des Fleisches. Das heißt, sportliche Gänse haben eine ausgeprägte Kollagenstruktur und müssen daher länger braten als faule Gänse.”

Scheisse, wenn ich mir das Tier nochmal so ansehe: eindeutig Sportler! Gegenmittel: “Verwenden wir hier Rotwein, so hilft uns hier die Säure, dass Kollagen zu zerstören und noch besser verwendet man rohen frisch gepressten Ananas-Saft, denn der enthält das Enzym Papain, und das zerstört uns das Kollagen restlos und wir erhalten eine perfekte zarte genussvolle saftige Weihnachtsgans.”

Also Rotwein zu Geflügel geht ja nun garnicht. Hätte ich das Ding statt mit Orangen mit Ananas füllen sollen? Vielleicht probiere ich es beim nächsten mal mit der Niedrigtemperaturgarmethode. Andere Braten sind mir damit schon prima gelungen.

Übrigens, die Reste hab ich dann am nächsten Tag noch schön weich gekriegt. :-) .

  

 

Wer sich noch mehr für die Physik des Kochens interessiert, kann hier nachlesen.

Ach ja, eine Infomation bin ich noch schuldig gebleiben: Warum Weihnachtsgans? Früher vespeiste man hierzulande traditionell am 25.12. die Mettensau, also einen Schweinebraten. Eine der Erklärungen besagt nun, dass zu Weihnachten 1588 die englische Königin Elizabeth I. just beim Gänsebraten saß, als ihr die Nachricht überbracht wurde, dass die spanische Armada besiegt wurde. Sie beschloss fortan, dieseses Ereignisses jährlich durch einen Gänsebraten zu gedenken. Heutzutage setzt man in angelsächsischen Ländern jedoch ehr auf Truthahn als Festessen.

19
Dez
09

Weihnachtszeit – Zeit der Brettspiele

Die Weihnachtszeit ist traditionell auch die Zeit der Brettspiele. Unser Favorit seit einigen Wochen: “Wer war’s?”

Brettspiel: "Wer war's?"

Bei mir sind eigentlich ganzjährig Brettspiele angesagt. Wenn man die Hürde des Studierens und Verstehens der Anleitung erst mal überstanden und die erste Proberunde hinter sich hat, kann man wunderbar dabei entspannen.

“Wer war’s” ist eine Kombination aus klassischem Brettspiel und Elektronikspiel.

Spieleranzahl: 2 - 4
Alter: ab 6 Jahre

Das Besondere an diesem Spiel besteht darin, dass es sich um ein kooperatives Spiel handelt, das heißt, die Mitspieler spielen hier nicht gegeneinander, sondern in einem gemeinsamen Team.

Inhaltlich geht es darum, innerhalb einer vorgegebenen Anzahl von Spielzügen das Rätsel zu lösen, wer von 10 verdächtigen Personen einen Ring entwendet hat. Bei jedem Spielzug besteht die Möglichkeit, Hinweise zu erhalten, die einen oder mehrere der Verdächtigen ausschließen.

Die Spielleitung übernimmt eine elektonische Truhe, die sprechen kann und die Spielrunden zählt. Um die Spannung noch zu erhöhen, tauchen während des Spiels verschiedene Überraschungen auf …

Schön finde ich auch, dass man Schwierigkeitsgrad und Dauer vor Beginn an der Truhe einstellen kann. Eine Runde dauert ca. 30 min und ist – aus Sicht des Erwachsenen – immer noch so anspruchsvoll, dass man den Täter oft auch nicht findet. Man muss sich konzentrieren und mitdenken. Also definitiv kein Jux- und Partyspiel.

Das Spiel wurde 2008 zum Kinderspiel des Jahres gewählt und erhielt im selben Jahr den Deutschen Spielepreis.

Uns gefallen vor allem die Originalität des Spielprinzips, die relativ kurzen Runden und die Einstellbarkeit der Spielstärke. Und es macht natürlich Spaß!!!




Willkommen auf Aquarius Online!

Ich schreibe in meinem Blog über die unterschiedlichsten Themen - eben alles, was mich so bewegt.

Seiten

Archiv

Kategorien

aqol Twitter

 

Dezember 2009
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Blog Stats

  • 2,139 hits

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.